Chefarztvertrag: Verhandlungen individuell zum Erfolg führen

Chefarztvertrag: Verhandlungen individuell zum Erfolg führen

Chefarztvertrag: Verhandlungen individuell zum Erfolg führen

Chefarztvertrag: Verhandlungen individuell zum Erfolg führen

Eine rechtlich und strategisch tragfähige Beratung und Begleitung von Chefärzten bei der Dienstvertragsverhandlung und -gestaltung führt zu nachweislich besseren Ergebnis und größerer finanzieller Gestaltungsfreiheit.

Chefärzte bekleiden in ihren Einrichtungen herausgehobene Positionen. Sie sind praktisch und wissenschaftlich überdurchschnittlich ausgebildet und kompetent, können langjährige Erfahrungen in leitenden klinischen Funktionen nachweisen und übernehmen in ihrem jeweiligen Teilbereich die umfassende Verantwortung: medizinisch, personell und ökonomisch. Daher ist er als behandelnder Arzt und in seiner Überwachungsfunktion gefragt und muss die ihm unterstellten Ärzte anleiten und deren Diagnostik- und Therapieansätze eng zu begleiten und mit zu gestalten.

Aufgrund dieser herausgehobenen Tätigkeiten kommt auch der chefärztlichen Arbeitsvertragsgestaltung besondere Bedeutung zu. Denn die Inhalte des Dienstvertrags müssen der Verantwortung des Mediziners Rechnung tragen und der Stellung des Chefarztes in der Hierarchie der Einrichtung entsprechen. Dabei reichen die wichtigen Fragestellungen des Arbeitsvertrages von der Frage der Vergütung über die Mitwirkung an betrieblichen Entscheidungen durch den Chefarzt und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bis hin zu Urlaubsanspruch, Probezeit, Befristung und Dauer des Chefarztvertrages.

Die Krankenhausträger stellen im Rahmen der Vertragsverhandlungen meist den Entwurf des Chefarztvertrags. Der Entwurf orientiert sich in der Regel an dem Mustervertrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (Stand 2017). Diese Musterbedingungen sind aber häufig für den Chefarzt nachteilig formuliert und orientieren sich vornehmlich an den Interessen Arbeitgeberseite. Dies kann später in der Praxis zu vielfältigen Problemstellungen für den Chefarzt führen – und damit im schlimmsten Falle möglicherweise zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen oder auch zivilrechtlichen Haftungsforderungen.

Daher ist für (angehende) Chefärzte eine versierte arbeitsrechtliche und strategische Beratung wichtig, um die eigenen Interessen zu vertreten und die individuellen Forderungen durchzusetzen, die mit der Position verbunden sind. Das verhindert auf der einen Seite spätere Probleme und sorgt auf der anderen Seite direkt zu Beginn dazu, dass der Arzt persönlich viel stärker von dem individuellen Dienstvertrag profitiert. Dadurch festigt er seine Position und sichert sich rechtlich und wirtschaftlich ab – die Ergebnisse für den Chefarzt werden durch eine gezielte Begleitung, die sehr strategisch und langfristig orientiert ist, nachweisbar besser.

Die Praxis zeigt die erheblichen Unterschiede zwischen dem arbeitgeberlastigen Rahmenvertrag und dem individuell formulierten Dienstvertrag zwischen Arzt und Klinik. Insbesondere finanziell wirkt sich dies positiv aus, schließlich bestehen gerade in diesem Bereich oftmals widersprüchliche Interessen. Das ist nur nachvollziehbar, denn typischerweise wollen Arbeitgeber die Kosten reduzieren, die Arbeitnehmer aber ihre Einkünfte optimieren. Daher ist es unumgänglich, die avisierte Vergütung einer genauen Analyse zu unterziehen und gegebenenfalls andere Wege in der Verhandlung einzuschlagen. Das führt in der Beratungspraxis regelmäßig zu wesentlichen höheren Festvergütungen in bisweilen sechsstelliger Höhe, die dann weiterhin mit variablen Vergütungsmodellen kombiniert werden können.

Im Fokus stehen dabei natürlich vor allem die Privatliquidationserlöse. Während früher der Chefarzt das originäre eigene Liquidationsrecht innehatte, wird heute  Chefarzt in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der Brutto-Liquidationserlöse beteiligt. So weit, so gut – aber immer wieder kommt es zu Konflikten um die Höhe des Schwellenwertes und die pauschale Höhe der abzugspflichtigen Sachkosten. Verhandelt der Chefarzt geschickt über diese Details, steht ihm eine wesentlich höhere variabel Vergütung aus den stationären und ambulanten Privatliquidationserlösen zu.

Ebenso fehlt in den Musterverträgen oftmals die Erlaubnis zur Nebentätigkeit mit Liquidationsbefugnis außerhalb des Chefarztvertrags. Daher muss dafür eine tragfähige Formulierung gefunden werden, die dies für beide Seiten rechtssicher und operativ sauber umsetzbar regelt.

Professionelle Beratung führt zu besseren Chefarztverträgen, das ist eine wichtige Erkenntnis für Bewerber. Sie können ihre Verhandlungsposition und ihre spätere Rolle erheblich stärken, indem sie der Betreibergesellschaft ihre Vorstellungen präzise darlegen und auf eine individuelle Vertragsgestaltung hinarbeiten. Und das in einem rechtssicheren, strategisch tragfähigen Rahmen.